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Steuern / Erbschaft-/Schenkungsteuer 
Dienstag, 21.09.2021

Zur Abzugsfähigkeit von Erbfallkosten bei Abtretung des Versicherungsanspruchs an Bestattungsunternehmen

Das Finanzgericht Münster entschied, dass Beerdigungskosten, soweit sie durch eine von der Erblasserin abgeschlossene Sterbegeldversicherung geleistet werden, nicht als Erbfallkosten abzugsfähig sind, wenn der Versicherungsanspruch an ein Bestattungsunternehmen abgetreten wurde (Az. 3 K 1551/20 Erb und 3 K 1552/20 Erb).

Im Streitfall wurden die Kläger (Geschwister) der beiden Verfahren gemeinsam Erben ihrer im Jahr 2019 verstorbenen Tante. Von den Beerdigungskosten wurde ein Teilbetrag (rund 6.800 Euro) von einer von der Tante abgeschlossenen Sterbegeldversicherung übernommen. Diese hatte den Auszahlungsanspruch gegen die Sterbegeldversicherung bereits zu Lebzeiten an das Bestattungsunternehmen abgetreten. Das beklagte Finanzamt bezog den Anspruch der Tante gegen die Sterbegeldversicherung im Rahmen der Erbschaftsteuerveranlagungen in den steuerpflichtigen Erwerb ein und zog für Erbfallschulden den Pauschbetrag i. H. von 10.300 Euro gem. § 10 Abs. 5 Nr. 3 Satz 2 ErbStG ab. Demgegenüber machten die Kläger höhere Erbfallkosten von ca. 15.000 Euro geltend, wobei sie den von der Sterbegeldversicherung übernommenen Betrag in die Erbfallschulden einberechneten.

Die Klage hatte vor dem Finanzgericht Münster keinen Erfolg. Von den geltend gemachten Erbfallkosten in Höhe von ca. 15.000 Euro seien jedenfalls die von der Sterbegeldversicherung übernommenen 6.800 Euro nicht abzugsfähig, sodass die Erbfallkostenpauschale von 10.300 Euro nicht überschritten sei. Abzugsfähig seien nach Auffassung des Gerichts nur solche Kosten, die dem Erben auch tatsächlich entstanden sind.

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